Reisner & Wolff

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Reisner & Wolff
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Rechtsform Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Gründung 1932
Auflösung 2014
Auflösungsgrund Konkurs und Übernahme
Sitz Wels, Oberösterreich
Mitarbeiter 410 (2011, weltweit)
Branche Bauzulieferer
Website www.reisnerwolff.at

Die Reisner & Wolff Firmengruppe war ein österreichischer Brückenlager- und Dehnfugenhersteller.

Geschichte

Reisner & Wolff (RW) wurde 1932 in Wels als Kupfer- und Kesselschmiede gegründet. Erzeugt wurden damals u.a. Dampfkessel, Druck- und Lagerbehälter, Wärmetauscher, Tankwagenaufbauten und Schneepflüge. 1955 schloss RW einen Lizenzvertrag mit der Maschinenfabrik Esslingen über die Herstellung von Brückenlagern für Österreich. Der MAN-Konzern, zu der auch die GHH Gutehoffnungshütte gehörte entwickelte die ersten modernen Brückenlager – Topfgleitlager – und vergab die Lizenzen u.a. an RW. Nach dem die MAN-GHH Gutehoffnungshütte die Fertigung an die SHW Schwäbische Hüttenwerke abgegeben hatte, blieb der Lizenzgeber aber bei Brückenlagern und Dehnfugen (Fahrbahnübergangskonstruktionen) der weltweite Leitbetrieb.

Von der Rheinstahl AG wurde 1978 der Bereich Dehnfugen von der SHW übernommen, der erste wasserdichte Profilübergang wird als System 3W auf den Markt gebracht. Die Zusammenarbeit mit Reisner & Wolff wird intensiviert. Dabei leistet RW Entwicklungsarbeit für den Lizenzgeber und erschließt zusammen mit ihm ostasiatische Märkte. Im Jahr 1985 schloss der Bereich Stahl- und Maschinenbau von RW infolge des Kostendrucks. Die Firma wird vom Sohn des Gründers übernommen und setzt mit neuen Mitgesellschaftern die Sparte Brückenausrüstung unter dem Namen Reisner & Wolff Engeneering (RWE) und die Zusammenarbeit mit dem Lizenzgeber SHW fort.

RWE engagierte sich ab 1990 in Osteuropa und baut dort ein Vertriebsnetz und mehrere Fertigungsstätten auf.

1995 verkaufte der MAN-Konzern den Lizenzgeber an eine französische Gruppe, die die Firma SBT nennt. Die Zusammenarbeit mit RWE wurde aufgekündigt. Dies gab RWE die Gelegenheit, nun auch auf bisher verschlossenen Märkten wie Deutschland tätig zu werden, zumal SBT nach Kurzem in die Insolvenz ging.

Seit 2004 gehörte auch das Unternehmen Sollinger Hütte mit Sitz in Uslar zu Reisner & Wolff.[1][2]

Die Gesellschaft RWE befand sich im Besitz der Familien Wolff und Gallai. Sie betrieb in Wels ein Werk auf einem Areal von 10.000 m² mit Autobahn- und Gleisanschluss. In Wels waren 40 Mitarbeiter ausschließlich mit der Entwicklung, Konstruktion, Zusammenbau und Montage von Auflagern und Dehnfugenkonstruktionen für Brücken und Bauwerke beschäftigt.

Im Oktober 2013 stellte die Reisner & Wolff Engineering GmbH einen Antrag auf Eröffnung eines Konkursverfahrens.[3]

2014 wurde das Unternehmen RW Sollinger Hütte von der Schweizer Firma mageba sa übernommen und wird seither als Teil der seit 1990 bestehenden deutschen Tochtergesellschaft Mageba GmbH in ähnlicher Produktgruppe als Mageba weiterbetrieben.[1][2]

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Frank Schneider: Sollinger Hütte gehört jetzt zur Mageba. In: HNA.de. 7. Februar 2014, abgerufen am 27. Juni 2016.
  2. 2,0 2,1 Göttinger Mageba GmbH will kräftig wachsen. In: Göttinger Tageblatt. 31. Oktober 2014, abgerufen am 27. Juni 2016.
  3. Reisner & Wolff Engineering insolvent. In: derstandard.at. 25. Oktober 2013, abgerufen am 27. Juni 2016.