Heinrich Kranich

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Heinrich Kranich beziehungsweise Chranich (* im 14. Jahrhundert; † im 14. Jahrhundert, nach dem Juli 1379 und vor 1382)[A 1], genannt Heinrich Tirol, war einer der Herolde von Herzog Leopold (III.) von Österreich ("Leopold dem Biederen") († 1386). Er ist einer der wenigen herzoglichen Herolde der Habsburger im 14. Jahrhundert, von dem mehr als der Name bekannt ist.

Herkunft und Familie

Über die Herkunft und die Familienverhältnis von Klaus ist kaum etwas bekannt. Er war mit einer Frau mit Namen Barbara verheiratet († nach 1379), die als Witwe die "Tyrolinne" genannt wurde und ihn nach seinem Tod beerbt haben dürfte.[1]>vgl. Christian Lackner: Hof und Herrschaft, 2002, S. 164f.</ref>

Leben

Heinrich Kranich war einer der "beamteten" Herolde von Herzog Leopold (III.) von Österreich. Er benannte sich nach der Grafschaft Tirol, über die dieser seit dem Teilungsvertrag von Neuberg an der Mürz (1379) herrschte[A 2]. Heinrich Kranich, genannt Tirol, verkaufte 1377 gemeinsam mit seiner Ehefrau Barbara den Anteil eines am Graben in der Stadt Wien[A 3] gelegenen Hauses und kaufte nur wenige Tage später ein Haus am Kohlmarkt.[1] Im Juli 1379 wird er letztmals genannt. Sein Haus am Kohlmarkt gehörte 1382 seiner Witwe Barbara.[2]

Literatur

  • Christian Lackner: Hof und Herrschaft. Rat, Kanzlei und Regierung der österreichischen Herzöge (1365-1406) (= Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung. Erg.Bd. 41). R. Oldenbourg Verlag, Wien / München, 2002. ISBN 3-7029-0456-5

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 vgl. Christian Lackner: Hof und Herrschaft, 2002, S. 164
  2. vgl. Christian Lackner: Hof und Herrschaft, 2002, S. 165

Anmerkungen

  1. vgl. Christian Lackner: Hof und Herrschaft, 2002, S. 165
  2. Der andere Herold von Herzog Leopold (III.) von Österreich, der namentlich genannt ist, war "Johannes Steyrlannd". Auch er dürfte sich nach einem der "Lande", über welche Herzog Leopold (III.) seit 1379 herrschte, benannt haben oder wurde nach diesem benannt. Im heutigen Deutschland war es erst seit ca. 1385 üblich, dass Herolde als Amtsnamen den Namen eines Landes führte, über das ihr Herr die Herrschaft ausübte. Es scheint, dass diese Vorgehensweise in Westeuropa bereits in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts üblich war. Vgl. Christian Lackner: Hof und Herrschaft, 2002, S. 164
  3. Die Stadt Wien war damals die größte Stadt im Herzogtum Österreich und gehörte zu dessen Landständen. Sie war unter der Herrschaft der Babenberger seit Herzog Heinrich (II.) ("Heinrich Jasomirgott") Sitz des Herzogs von Österreich und gehörte zu den wichtigsten Residenzen der Habsburger. Im 15. Jahrhundert behauptete Wien sich als Hauptstadt des Herzogtums Österreich "unter der Enns", aber erst im 17. Jahrhundert wurde es die Hauptstadt des "Habsburgerreiches". Bis Mitte des 19. Jahrhunderts umfasste die Stadt Wien im Wesentlichen jenen Stadtteil, der heute den ersten Bezirk bildet. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden durch Eingemeindung die Wiener Bezirke 2-9. Ende des 19. Jahrhunderts beziehungsweise in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstanden durch Eingemeindung die Bezirke 10-23.