Hanns Christoph von Zelking

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Nach seinem Tod wurde Hanns Christoph von Zelking in der Pfarrkirche Kefermarkt beigesetzt.

Freiherr Hanns Christoph von Zelking (* im 16. Jahrhundert, um 1543; † 25. Oktober 1580), auch Johann Christoph von Zelking, war ein Adeliger des Herzogtums Österreich.

Herkunft und Familie

Hanns Christoph von Zelking stammte aus einer Adelsfamilie, deren Besitzungen in den heutigen Bundesländern Oberösterreich und Niederösterreich lagen. Er war ein Urenkel von Christoph (II.) von Zelking und der einzige Sohn von Christoph (III.) von Zelking aus dessen Ehe mit Gräfin Magdalena von Starhemberg († 20. Oktober 1571, in Fürstenfeld).[1] Vor 1568 heiratete Hanns Christoph von Zelking Elisabeth von Prösing. Sie war die Tochter von Balthasar von Prösing zum Stein, Landeshauptmann des Herzogtums Österreichh ob der Enns, aus dessen Ehe mit Gräfin Gertraud zu St. Georgen und Prösing.[2] Aus seiner Ehe sind die Kinder Magdalena, Georg Christoph und Karl belegt, die alle vor ihm starben. Seine Witwe Elisabeth schloss 1582 eine weitere Ehe mit dem Grafen Ulrich von Hardegg.[3]

Leben

Hanns Christoph von Zelking verlor mit ca. 12 Jahren seinen Vater. Wer die Vormundschaft für ihn übernahm. Nach dem Verlust der Herrschaft Ulrichskirchen dürfte er sich seit ca. 1554 mit seiner Mutter häufig bei Marquard von Kuenring in Seefeld aufgehalten haben und nach ihrer zweiten Ehe auf den Besitzungen seines Stiefvaters Georg Erhard von Polheim in der Nähe von Fürstenfeld.[4] Nach dem Tod seines Stiefvaters kam er 1571 in den Besitz von dessen Erbe, den Herrschaften Neudau und Burgau sowie den Ämtern Hohenbrugg (heute Teil der Stadtgemeinde Fehring) und Steinhaus. Um die enormen Schulden zu tilgen, welche ihm durch diese Erbschaft ebenfalls zufielen, verkaufte er 1571 die Herrschaft Neudau an Wilhelm von Rottal (den Älteren).[5] Seit 1574 versuchte er außerdem das Amt Hohenbrugg an die Familie von Teuffenbach zu verkaufen, dieser Kauf wurde jedoch erst 1580 abgeschlossen. Die Herrschaft Burgau dürfte er bereits vor 1580 an Matthias von Trautmannsdorf veräußert haben, ebenso das Amt Steinhaus, das Sigmund von Polheim erwarb.[2] Obwohl er Zeit seines Lebens innerhalb der Familie großen Grundbesitz verwaltete, gelang es ihm nicht, sich dauerhaft zu sanieren. Eine Ursache dafür dürfte gewesen sein, dass er durch den Tod seines Cousins zum Familienoberhaupt (Senior) aufstieg und in dieser Position für die Begleichung von Erbforderungen und der Versorgung der Hinterbliebenen, vor allem der Witwen seiner Cousins, zuständig war.[6]

1568-1573 verwaltete er für seine Schwiegermutter die Herrschaft Plankenstein in der Grafschaft Cilli sowie die Herrschaften Stein und St. Urban im Herzogtum Kärnten.[2] Während dieser Zeit wurde er zum Rittmeister im Viertel zwischen Mur und Drau bestellt. Nach dem September 1573 dürfte er ins Herzogtum Österreich ob der Enns zurückgekehrt sein, wo er wenig später zum kaiserlichen Hofrat ernannt wurde.[7]

Nach seinem Tod wurde er in der Pfarrkirche in Kefermarkt beigesetzt. Eine Gedenkinschrift für ihn in der früheren Kirche St. Nikolaus in Garsten (heute Teil der Stadtgemeinde Steyr) ist nicht erhalten geblieben.[8]

Literatur

  • Anton Harrer: Die Herren und Frauen von Zelking. Eine Spurensuche. Melk, 2016

Einzelnachweise

  1. vgl. Anton Harrer: Die Herren und Frauen von Zelking, 2016, S. 213
  2. 2,0 2,1 2,2 vgl. Anton Harrer: Die Herren und Frauen von Zelking, 2016, S. 217
  3. vgl. Anton Harrer: Die Herren und Frauen von Zelking, 2016, S. 217
  4. vgl. Anton Harrer: Die Herren und Frauen von Zelking, 2016, S. 214f.
  5. vgl. Anton Harrer: Die Herren und Frauen von Zelking, 2016, S. 215f.
  6. vgl. Anton Harrer: Die Herren und Frauen von Zelking, 2016, S. 224f.
  7. vgl. Anton Harrer: Die Herren und Frauen von Zelking, 2016, S. 219
  8. vgl. Anton Harrer: Die Herren und Frauen von Zelking, 2016, S. 225